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Amy

Amy ist eine fast sechs Monate alte Dalmatinerhündin, die schon vier Vorbesitzer hatte in ihrem kurzen Leben. Zum Glück konnten wir die Maus übernehmen und dafür sorgen, dass sie ihr weiteres Leben nicht als Wanderpokal verbringen muss. Sie hat im Schnelldurchlauf ein Zuhause gefunden und kann nun richtig durchstarten.

02.05..2017

Nun ist die kleine Katastrophe auf vier Pfoten schon ein Jahr alt. Herzlichen Glückwunsch von uns allen zum ersten Geburtstag kleine Amy. :-)

Anläßlich dieses Jahrestags hier eine Kostenaufstellung zum ersten Geburtstag eines Vermehrerwelpen:

Im letzten Herbst übernahm unser Verein eine damals 18 Wochen alte Dalmatinerhündin, die – soweit anhand der Namen im vorhandenen Impfpass nachvollziehbar – aus Rumänien von Hundehändlern nach Deutschland eingeführt worden war, dann über Ebay als Hund vom „liebevollen Hobbyzüchter“ an unwissende Menschen verkauft wurde und schnell als unbequemes Schnäppchen per Ebay Kleinanzeigen mehrmals weiter wanderte. Aufmerksame Menschen hatten die Hündin schließlich bei Ebay entdeckt und mit besten Absichten erworben. Leider konnten aber auch sie, auf Grund ihrer Arbeitsituation, der schon mit 18 Wochen nicht ganz einfachen Hündin nicht gerecht werden und nachdem etliches Mobiliar zu Bruch gegangen war, die Tierarztbesuche sich häuften und der Hund von Dauerdurchfällen geplagt wurde, beschlossen diese Menschen, die Hündin an unseren Verein abzugeben.

Da war sie nun, 18 Wochen alt, viel zu klein für das Alter oder, was eher wahrscheinlich ist, mit einem nicht zum Hund gehörigen Impfpass ausgestattet und in Wirklichkeit wesentlich jünger.

Ende September 2016:

Amy, wie wir die Hündin nennen, landet auf der PS bei Ulla, die nach langem Bitten und Betteln zugestimmt hat. Sie zeigt eine extreme Anlauflahmheit vorne links, hat schleimigen Durchfall, scheint jünger zu sein, als im Impfpass angegeben. Psychisch kommt sie nicht zur Ruhe, ist regelrecht hyperaktiv, kann keine Minute alleine bleiben, zerstört wahllos Dinge, geht im wahrsten Sinne des Wortes über Tische und Bänke und findet schlecht Zugang zu Menschen. Ein psychisches und physisches Desaster mit noch nicht einmal 20 Wochen. Kein Hund für schwache Nerven oder leere Geldbeutel.

Anfang Oktober 2016:

Da die Lahmheit weiterhin besteht, erste Tierarztbesuche und Verdacht auf eine Bizepssehnenreizung. Entsprechende Medikation wird verordnet. Kotproben werden analysiert und das Ergebnis des Kotprofils läßt Freude aufkommen. Giardien hat das Tier nicht, dafür alle möglichen Würmer, davon reichlich und ein paar sehr hübsche Keime, einer davon sogar meldepflichtig, ein Campylobacter Upsaliensis, Laboklin ruft höchstpersönlich an und unterrichtet den Tierarzt über die Brisanz der Lage. Komisch, eigentlich hört sich der Name des Killerkeims doch eher eher nach einem schönen Urlaub in Schweden an! Zum Lachen ist aber schon längst keinem von uns mehr zumute. Auch hier muss behandelt werden.

Da der Hund weiterhin sehr stark lahmt, stehen weitere Tierarztbesuche an, man wird von Arzt zu Arzt weitergereicht und blickt in ratlose Gesichter. Nun empfiehlt der Kliniker ein CT, der Hund wird wohl eine ED haben, sagt Tierarzt Nr. soundsoviel in der Tierklinik. Gesagt getan, ein CT wird gemacht, danach ist man knappe 900 Euro ärmer, der Ursache der Lahmheit aber kein Stückchen näher gekommen. Knochen wie aus dem Lehrbuch hat das Tier. Da freuen wir uns doch, wenn es jetzt auch noch laufen könnte, wäre das natürlich noch besser, aber man will ja nicht undankbar erscheinen. Es wird angeraten, doch mal die Nervenleitfähigkeit im betroffenen Bein beim Neurologen testen zu lassen, Kostenpunkt so um die 1000 Euro. Parallel dazu hat man noch eben schnell einen Gebissfehler richten müssen, schiefer Zahnstand behinderte das Durchbrechen der restlichen Zähne.

Bisher aufgebrachte Kosten für den Vermehrerwelpen:

Diagnose der Bizepssehenreizung und Medikamente: 168 Euro

Großes Kotprofil und entsprechende Medikamente: 135 Euro

Besuch der Osteopathin: 80 Euro

Physiotherapeutin 2x 40 Euro

CT in der Tierklinik unter Vollnarkose: 890 Euro (es gab hier 20 % Rabatt für Tierschutzhunde…danke danke danke)

Zahnbehandlung: 235 Euro

Folgetermin: 76 Euro

Gesamtsumme bisher: 1.664 Euro

Der Spaß geht weiter, die Lahmheit auch, die Scheisserei sowieso. Die Nerven liegen blank. Daher folgen unzählige Tierarztbesuche zur weiteren Diagnostik. Parallel weitere physiotherapeutische und osteopathische Behandlung. Nach dem Niederringen der Darmkeime und der Würmer folgt die Sanierung der Darmflora.

Weitere Kosten bis Ende Oktober für den Vermehrerwelpen:

Physiotherapie 200 Euro

Osteopathie 80 Euro

Tierärztin wegen Lahmheitsdiagnostik 146 Euro

Mittel zur Darmsanierung, pro Monat 56 Euro

Gesamtsumme bisher: 2.146 Euro

November/Dezember 2016:

Ab zu Tierarzt gefühlte Nummer weissnichtwieviel, nächste Klinik, auch er eine anerkannte Koriphäe auf seinem Gebiet, der Orthopädie. Er betrachtet das CT seines Kollegen aus der anderen Klinik und auch er kann keine Fehler am Knochenbau erkennen, meint aber, da muss doch was am Ellbogen sein. Einfach ein kleines Kortisondepot, vielleicht hilft das ja dann. Das Kortisondepot hilft leider nicht, außer dass es einen totalen Magen Darm Zusammenbruch hervorruft, der dann natürlich sonntags im Notdienst zum dreifachen Preis gerne von wohlmeinenden Ärzten behandelt wird. Kleine Antibiose inbegriffen, man muss ja auch den Killerdarmkeim im Auge behalten. Diese muss dann in der Klinik noch dreimal nachgespritzt werden, da man dem Hund auf Grund des Darmkeims ja keine Tabletten geben sollte.

Der Hund hat übrigens nun strengen Leinenzwang, was sich bei einem Junghund prima macht, der Hund wird von Tag zu Tag neurotischer, die Arme des Gassigängers länger, der Umganston rauher. Weitere vier Wochen gehen ins Land, ein Traum mit einem unausgelasteten, hyperaktiven Junghund an der kurzen Leine. Im Haus geht vieles zu Bruch, die Lahmheit besteht weiterhin. Alle Beteiligten hegen inzwischen gegenseitige Mordabsichten. Tierarzt Nummer weissnichtwieviel schlägt vor, falls die Lahmheit im Januar noch besteht, ein zweites CT zu machen und doch einfach mal den Ellbogen aufzumachen. Da muss doch was sein, wahrscheinlich war der Kollege einfach nicht fähig ein anständiges CT zu machen. Daraufhin nimmt man Abstand….seufz……es gibt ja noch andere Tierärzte…..

Kosten im November und Dezember 2016 für den Vermehrerwelpen:

Tierarzt Nr…., Klinik Nr….., 248 Euro

Behandlung des Magen Darm Zusammenbruchs im Notdienst 123 Euro

Folgetermine in der Klinik 3x 48 Euro

Darmsanierung pro Monat 56 Euro

Gesamtsumme bisher: 2.717 Euro

Januar 2017:

Nun endlich eine der größten Tierkliniken Deutschlands, im Rhein-Main Gebiet gelegen, man muss ja endlich herausfinden, warum das Tier läuft, als bräuchte es einen Rollator, man möchte ein MRT machen lassen. Vielleicht doch ein Muskelschaden, den das CT nicht erfasst hat.

Die Ärzte testen zunächst auf Leishmaniose und andere Mittelmeerkrankheiten, sie denken an eine durch Mittelmeerkrankeheiten ausgelöste Polyarthritis. Alle Tests verlaufen negativ. Großes Blutbild unauffällig. Die Ärzteschaft nimmt nach langer Diskussion untereinander zunächst Abstand vom MRT und verweist nach dem zweiten Termin an einen Neurologen für die Nervenleitfähigkeitsprüfung, weist aber schon in weiser Voraussicht darauf hin, dass man nicht wirklich denkt, dass dabei viel herauskommen wird….es gibt eben Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann man nicht aufklären und wer weiss was es da drüben in Rumänien für komische Krankheiten gibt….man nickt ergeben und reicht die Scheckkarte über den Tresen.

Kosten im Januar 2017 für den Vermehrerwelpen:

Zweimal Tierklinik incl. aller Untersuchungen 678 Euro

Weitere Physiotherapie: 160 Euro

Osteopathie 80 Euro

Darmsanierung 56 Euro

Gesamtsumme bisher: 3.691 Euro

Februar 2017:

Auf dann zu Tierarzt gefühlte Nummer 99, dem Neurologen, die Nervenleitfähigkeit des Beins muss getestet werden.

Die eigenen Nerven sind auch ohne Messung sowieso längst am Boden durch Leinenzwang, Ruhigstellen, ständiges Ermahnen der eigenen Hunde, die gerne rennen würden, das aber nicht dürfen, damit der Junghund an der kurzen Leine nicht völlig durchdreht, man hat ja schließlich Bandscheiben, die es zu erhalten gilt. Der Junghund denkt inzwischen sowieso schon, sein Name sei „Langsam“ „Lass das“ oder „Neiiiiiiiiiiiiiiiiiiin“. Den Ehepartner trifft man nur noch selten im gemeinsamen Haus an, das inzwischen durch blockierte Sofas (das Tier darf keinesfalls hochspringen mit dem Bein), Treppenabsperrungen und abgetrennte Gartenteile einem militärischen Sperrgebiet gleicht, eigene Sozialkontakte außerhalb der eigenen vier Wände kommen, genau wie die des ständig angeleinten Junghundes, der so langsam eine prima Leinenagression entwickelt, völlig zum Erliegen. Beim Gassigehen wird man nun endlich von allen anderen Hundehaltern gemieden, nachdem man mehrmals völlig ausgeflippt ist, weil freilaufende Hunde das mühsam geordnete eigene Chaos durcheinanderzubringen drohten. Im eigenen Büro türmen sich Berge von unerledigten Arbeiten, der Hund entwickelt sich zum Vollzeitjob. Das auch dadurch, dass er seit Dezember den festen Willen entwickelt hat, das betroffene Bein zu eliminieren, es wird also in jeder unbeaufsichtigten Sekunde benagt und bekratzt. Ein neues Problem: Wie hält man den Hund davon ab, sein Bein zu vernichten! Diverse Beinkleider und halbwegs humane Halskrausen werden angeschafft und durchprobiert, mit eher geringem Erfolg.

Gesagt getan also, nun der Nervenleitfähigkeitstest, Vollnarkose Nummer zwei für den Junghund und wieder eine Rechnung von über 1000 Euro. Fazit: An den Nerven liegt es nicht. Der Neurologe empfiehlt nun doch ein MRT in der tierärztlichen Hochschule in Gießen, weil man dort ein Gerät hat, das hochauflösend ist. Die Woche darauf Gießen; MRT, ein ganzer Tag und weitere knappe 1000 Euro gehen drauf, dazu Vollnarkose Nummer drei für den Junghund. Ergebnis des MRT, stark auffällige Lymphknoten, eine nicht ganz eindeutig ersichtliche, eventuelle ältere Läsion an einem Muskel und sonst nichts. Mitleidige Blicke der Ärzte inbegriffen. Mit den Ergebnissen des MRT wieder zum Neurologen und Ortopäden. Dieser beschließt nun, das Bein ruhigzustellen und dem Hund das Schmerzgedächtnis zu nehmen. Zusätzlich wird eine Punktion der Lymphknoten nötig, man möchte ein Lymphom ausschließen, ist ja komisch, dass alle Lymphknoten dick sind. Die Punktion der Lymphknoten bringt kein Ergebnis in Richtung Lymphom und die Ärzte schieben die verdickten Lymphknoten nun auf das jungendliche Alter des Hundes, oder aber wieder auf eine komische rumänische Krankheit, man weiss ja nie……

Nun das Highlight für alle Beteiligten! Das Bein wird im Schlingenverband komplett ruhiggestellt, der Hund läuft von nun an auf drei Beinen, macht sich super im Wachstum. Durch Medikamente (Psychopharmaka) soll das Schmerzgedächtnis unterdrückt werden. Der letzte Versuch, so sagt der Arzt. Dazu ein weiteres Kortisondepot, dorthin wo man den eventuellen Muskelschaden vermutet. Irgendwas muss ja mal greifen. Der Verband darf natürlich nicht nass werden – prima im Februar – man hüllt das Tier also für jeden Gassigang in Mülltüten. Leider hält bei einem agilen Junghund so ein Schlingenverband auch nur von 12 bis Mittag, also husch husch, spätestens jeden drittten Tag wenn nicht sogar jeden zweiten Tag zum kompletten Verbandswechsel zum 50 Kilometer entfernten Neurologen/Orthopäden….. und das jedes mal über die stauanfälligste Brücke in ganz Rheinland-Pfalz, aber das macht nichts, man hat ja sonst nichts vor. Auch nicht schlimm, dass man mehrmals geblitzt wird auf der Autobahn, das zahlt man inzwischen kalt lächelnd aus der Portokasse. Da ist man von den Tierärzten ganz andere Summen gewohnt.

Kosten im Februar 2017 für den Vermehrerwelpen:

Nervenleitfähigkeitsprüfung 1026 Euro

MRT in Gießen 989 Euro

Lymphknotenpunktion und Untersuchung der Proben: 129 Euro

Medikamente Schmerzgedächtnis und weitere Kortisondepotinjektion in den verdächtigen Muskel: 97 Euro

Schlingenverband, der alle zwei bis drei Tage beim Fachmann erneuert werden muss: je 68 Euro

Diverse Beinschutzteile und Halskrausen: Zusammen 256 Euro

Gesamtkosten bisher: 6.596 Euro

März 2017

Der Schlingenverband ist runter, nun verstärt Physiotherapie, zunächst drei bis viermal wöchentlich, a 40 Euro. Der Hund muss nun erstmal wieder lernen, auf vier Beinen zu laufen. Außerdem hat er nun „Rücken“ vom Humpeln auf drei Beinen. Weiterhin die Medikamente gegen das Schmerzgedächtnis und regelmäßige Kontrollbesuche beim Neurologen.

Die Physiotherapeutin empfiehlt eine Tierheilpraktikerin, die über ein Oberon Gerät verfügt.

Dieses Gerät kommt aus der russischen Raumfahrt und wird in Kliniken in Russland zur Diagnostik eingesetzt. http://www.ebertin-badwildbad.de/heilzentrum/das-oberon-system/

(Wir waren übrigens auch skeptisch der Oberon Diagnostik gegenüber, aber für Skeptiker sei kurz erwähnt, dass das Oberon Gerät bei Ullas Border Rüden, der nach Amy auch getestet wurde, eine Veränderung der Milz anzeigte, die am Folgetag beim TA durchgeführte Ultraschalluntersuchung zeigte einen Milztumor, der inzwischen samt Milz entfernt wurde. Die Ärzte in der Klinik sagten, ein Milztumor sei in dem frühen Stadium absolut unauffällig und würde selten erkannt, also Daumen hoch für Oberon!)

Mitte März dann der erste Termin am Oberon Gerät und endlich etwas Licht am Horizont. Diagnose: Der Hund leidet unter einer seltenen Art von Einzellern/Amöben, die sich in allen Gelenken und im Lymphsystem festgesetzt haben, wahrscheinlich schon über die Mutter aufgenommen, oder aber durch unsaubere Haltung der Welpen bei einem Vermehrer. Diese Art von Einzellern kommt bei uns hier in Deutschland eigentlich gar nicht vor, aber wir haben ja Rumänien im Hinterkopf und wundern uns über gar nichts mehr. Die Einzeller werden mit dem Oberon Gerät erstmalig behandelt, nach der Erstverschlimmerung läuft der Hund deutlich besser. Zwei weitere Termine bringen weitere Besserung. Kosten pro Termin am Oberon Gerät 80 Euro und endlich eine Diagnose! Ein langsames Aufbautraining beginnt, wöchtentlich 5 Minuten mehr laufen, zunächst an kurzer Leine, dann an der Schleppleine. Weitere Oberon Termine bringen an den Tag, dass der Hund schon als Welpe extreme Mangelsitutationen erlebt hat, daher so klein und zurückgeblieben ist. Der Darm muss weiterhin saniert werden, im Harntrakt liegt einiges im Argen und der Junghund leidet unter Bluthochdruck. Allergien der Haut werden nun sichtbar.

Kosten im März für den Vermehrerwelpen:

10x 40 Euro für Physiotherapie 400 Euro

Termin 1 und 2 am Oberon Gerät 160 Euro

Gesamtkosten bis Ende März: 7.156 Euro

Fazit:

Bis heute (02.05.2017) folgen regelmäßige Physiotherapietermine, weitere Termine am Oberon Gerät und der Hund muss mit diversen Aufbaumitteln versorgt werden, um die bereits entstandenen Schäden durch die Mangelsituation in frühester Jungend in den Griff zu bekommen. Das Laufen (natürlich weiterhin kontrolliertes Laufen an langer Schleppleine, nicht querfeldein, kein Spielen mit anderen Hunden) wird ganz langsam besser, das Benagen des betroffenen Beines leider noch nicht. Die Amöben/Eizeller haben hier wohl Nervenschäden verursacht und diese können ein bis zwei Jahre benötigen, um wieder auszuheilen.

Behandlungsdauer? Das weiss niemand! Behandlungskosten bisher: 7.576 Euro!

Weitere Behandlungskosten: Nicht absehbar!

Trotzdem alles Gute zu Deinem ersten Geburtstag liebe Amy. Wir hoffen sehr, dass wenigstens ein paar Menschen etwas aus Deiner Geschichte lernen werden!

Denen, die nichts lernen möchten und die weiterhin Schnäppchenwelpen kaufen, können wir nur einen vollen Geldbeutel und gute Nerven wünschen! Denn diese Hunde sind keine Schnäppchen, sondern können zu einer immensen finanziellen und psychischen Belastung für ihren Besitzer werden.

Wir als Verein werden ganz bewußt solchen Menschen nicht mehr helfen und – so weh es tut – solche Hunde nicht mehr aufnehmen. Solange sich bei den Welpenkäufern kein Bewußtsein für dieses Problem entwickelt, sind wir machtlos und das ist sehr traurig.

Leute, lernt es endlich!!!!!! Hände weg von Vermehrerwelpen, Hände weg von Ebay Schnäppchen! Hände weg von Welpen aus „liebevoller Hobbyzucht“ im Hinterhof!!!!

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21.11.2016

Amy hat sich inzwischen bei Ulla sehr gut eingelebt und hat die Border Collies voll im Griff 😉 Clickertraining und Nasenarbeit sind für sie schon alltäglich und sie ist darin mindestens genauso gut wie Ullas Border, eine wirklich clevere kleine Maus, die prima ins Rudel passt. Auch sonst ist sie ein absoluter Sonnenschein, immer gut gelaunt, freundlich und aufgeschlossen. Sie ist auch etwas gewachsen und wiegt inzwischen schon ganze 13 Kilo. Bei schlechtem Wetter ist das Gassigehen nicht so ganz ihr Ding und ein Mantel und viel Überredungskunst von Frauchen sind angesagt, sie ist wie die meisten Dalmis eine Sonnenanbeterin und hasst die Kälte :-)

Leider gibt es aber doch einen Wermutstropfen, denn Amy lahmt nun seit inzwischen sechs Wochen sehr stark auf dem linken  Vorderbein. Es ist eine Anlauflahmheit und sie läuft sich ein, aber trotzdem sind wir alle sehr besorgt, denn sechs Wochen sind schon eine lange Zeit für einen jungen Hund. :-(  Untersuchungen verschiedener Orthopäden, Osteopathen und Physiotherapeuten haben genauso wenig ergeben wie die Computertomographie (CT) des linken Beines, der Halswirbelsäule und der Hüfte. Alle Knochen sind perfekt, der Orthopäde in der Klinik sagte: „Ein Bilderbuchbeispiel, wie Knochen beim Junghund aussehen sollen, perfekte Ellbogen, eine perfekte Schulter und super Hüften“, auch der Bizeps, der ja oft durch Entzündungen Ärger machen kann, ist völlig unauffällig, mit drei verschiedenen Kontrastmitteln konnten keine Entzündungen lokalisiert werden, es ist einfach nur ein Rätsel, warum die Lahmheit nicht verschwindet. Auch die beliebten Schmerzmittel-Entzündungshemmer brachten keinerlei Besserung, genauso wenig die bewährten alternativen Mittel wie Traumeel, Arnika oder Teufelskralle. Es ist zum Verzweifeln! :-(

Nun hat Amy in der nächsten Woche noch einen Termin bei einem anderen Orthopäden, in der Hoffnung, dass er Licht in das Dunkel bringen kann. Bis dahin heisst es weiter, schonen, nicht spielen und die arme Maus durch Kopfarbeit auslasten.

Amy macht das Beste draus und läßt sich auch durch Humpeln die gute Laune nicht vermiesen, Border Collies ärgern klappt auch hervorragend auf drei Beinen und so ein bisschen Mitleid von Frauchen kann man als Hund auch immer gut gebrauchen. 😉

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07.10.2016

Wieder einmal haben wir einen deutschen Notfall übernommen. Da in Polen momentan nicht viele Notfälle auf Hilfe warten, konnten wir dem dringenden Hilferuf hier aus Deutschland folgen.

Es handelt sich um Amy, eine inzwischen fast sechs Monate alte Dalmatiner Junghündin, die leider in ihrem kurzen Leben schon vier Vorbesitzer hatte und immer weitergereicht wurde, wenn sie die Erwartungen ihrer Besitzer nicht erfüllte.

Dass man ein Hundebaby eben nicht den ganzen Tag alleine lassen kann und dass bei einem Welpen eben auch einmal der gute Teppich verpinkelt wird oder die Möbel in Mitleidenschaft gezogen werden, wollte man nicht verstehen. Auch dass der Welpe mit den spitzen Zähnchen die Kinder, für die er als Spielzeug angeschafft wurde, in die Hände zwickte, führte dazu, dass die hübsche Hündin schnell zu einem Wanderpokal wurde. :-(

Die ersten drei Besitzer waren auf diese Weise schnell Geschichte und zum Glück entdeckten dann Menschen mit einem großen Herzen für Hunde die kleine Amy im Internet, als sie erneut weitergereicht werden sollte. Sie nahmen sie spontan bei sich auf und begannen an den bereits vorhandenen Baustellen der Maus zu arbeiten. Leider stellte sich schnell heraus, dass die kleine Hündin doch schon mehr unter ihrem Wanderpokaldasein gelitten hatte, als man annehmen könnte. Da die Familie arbeitstechnisch sehr eingespannt ist und auch noch eigene Hunde hat, haben sie zum Wohle der Hündin beschlossen, sie an unseren Verein zu übergeben, damit gezielt an ihren Verlustängsten und ihren psychischen Problemen gearbeitet werden kann.

Nun stellte sich ein neues Problem. Sollte man wirklich die Maus noch auf Platz fünf, eine Pflegestelle, versetzen um dann nach Platz sechs, dem Endzuhause, zu suchen? Da die Kleine ohnehin schon unter extremen Verlustängsten leidet und sich nicht wie ein normaler Junghund ihres Alters verhält, wurde schnell klar, dass das nicht in Frage kommt.Also Plan B: Ulla und die Border. 😉 So ganz überzeugt war Ulla nicht, dass es klappen würde die Border von einem Neuzugang zu überzeugen, aber da sie schon seit fünf Jahren keinen eigenen Dalmi mehr hat, hat sie sich von Bea überzeugen lassen, es zu versuchen.

Mit Hilfe einer befreundeten Hundetrainerin klappte die Zusammenführung der Hunde dann trotz aller Zweifel ganz prima und der Border Rüde freundete sich sofort mit der kleinen gepunkteten Dame an. Die Hündin könnte wohl auch ohne sie leben, hat sich aber inzwischen mit dem Neuzugang recht gut arrangiert und so leben jetzt bei Ulla drei Hunde, zwei Border und endlich auch wieder ein Dalmatiner. So musste das wohl kommen!!!! :-)

An Amy muss nun weiter gearbeitet werden, sie leidet unter ganz extremen Verlustängsten und erträgt es nicht, alleine gelassen zu werden.  Sie muss ausserdem dringend lernen, dass es Auszeiten gibt, muss zur Ruhe kommen und wieder Vertrauen zu Menschen bekommen. Sie hat Schwierigkeiten zu Menschen eine wirkliche Bindung aufzubauen, wahrscheinlich, weil sie immer weitergereicht wurde. Das sind aber alles Probleme, die bei einem so jungen Hund mit viel Liebe und Konsequenz noch in den Griff zu bekommen sind und da Ulla ihr Büro im Haus hat und so gut wie immer da ist, macht Amy täglich Fortschritte. Die Maus hat also ihr Endzuhause nach vier Zwischenstationen nun endlich gefunden. :-)

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