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Grzegorz Bielawski und der Tierrettungsdienst

Grzegorz Bielawski ist Tierschützer mit Leib und Seele, er lebt für und mit dem Tierschutz und hat auch für unseren polnischen Partnerverein schon Dalmatiner aus schlechter Haltung beschlagnahmt. Wir möchten ihn und seine Arbeit  auf unserer Homepage gerne einmal  vorstellen.

Gregor (auf Polnisch Grzegorz) ist 38 Jahre alt, Absolvent der Hochschule für humanistische Wissenschaften und Journalismus in Posen, seit dem 18 Lebensjahr als Journalist in der lokalen Presse und dem Fernsehen im Nachrichtendienst tätig. Als Mitarbeiter der „Gazeta Poznańska“ bekam er die Auszeichnung Journalist des Jahres im Bereich der Außendienstreportagen.

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Seine Kindheit verbrachte Gregor auf dem Bauernhof seiner Großeltern, wo er die Liebe zu den Tieren entdeckte. Im Jahr 2005 fing er an, den durch schweres Schicksal betroffenen Tieren mit dem Tierrettungsdienst Hilfe zu leisten. Zuerst unterstützte er den Verein, indem er als Journalist zu den Straffällen schrieb. Danach, als er die Unstimmigkeiten im Funktionieren des staatlichen Dienstes im Bereich des Tierschutzes persönlich erlebte, trat er in die Vereinigung ein und begann Schritte vorzunehmen, die die Verhältnisse der Tierhaltung verbessern sollten. Bald wurde er zum Mitglied des Vorstands beim Tierrettungsdienst, und inzwischen ist er als Vorstandsvorsitzender tätig. Unter seiner Leitung vergrößerte sich der Tätigkeitsumfang des Vereins auf die ganze Woiwodschaft und später auf das ganze Land. Heute ist der Tierrettungsdienst  einer der wenigen Vereine in Polen, der 24 Stunden am Tag unter der Alarmnummer erreichbar ist und sowohl den Tierbesitzern hilft, als auch jeweils vor Ort hilfesuchenden Tierschützern Unterstützung bei den Anzeigen gegen Tiermisshandlungen bietet.

Für seine Tätigkeit im Rettungsdienst und die Bekanntmachung der besonders grausamen Fälle der Tiermisshandlung wurde Gregor Bielawski im Jahr 2008 mit dem Preis des Polizei – Kommandeurs der Woiwodschaft Stettin ausgezeichnet. Ein Jahr später erhielt er eine Auszeichnung für die Rettung von 51 Pferden aus einem Pferdestall in der Nähe von Łódź, denen die Kandare in das Maul eingewachsen war. Er bekam auch die Auszeichnung „Held des Jahres “ der Regionalzeitung Grosspolens „Głos Wielkopolski“.

Gregors  Arbeitstag beginnt vor 7 Uhr morgens und endet meist nicht vor 2 Uhr nachts. Er arbeitet 7 Tage in der Woche und führt Interventionen und Beschlagnahmungen in ganz Polen durch. Oft übernimmt er die Beschlagnahmungen an Orten, wo die Lebensgefahr für die betroffenen Tiere  am größten ist und wo andere Vereine und staatliche Organisationen nicht helfen wollen.

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Die Arbeit des Rettungsdienstes konzentriert sich vor allem auf die artgerechte und humanitäre Behandlung der Tiere und die Gewährleistung der geeigneten Existenzbedingungen, mit Schwerpunkt Tierheime, illegale Züchter, Tierschutz und Naturschutz.
Der Tierrettungsdienst macht die Menschen auf die Lebensverhältnisse der Tiere aufmerksam und versucht, das Bewusstsein für einen artgerechten Umgang mit Haus- und Nutztieren zu wecken. Auch in Schulen wird Aufklärungsarbeit geleistet.  Dank der vielen informativen Aktionen, die durch den Tierrettungsdienst durchgeführt werden und die das Schicksal der obdachlosen Tiere darstellen, fanden sich immer mehr Menschen, die helfen wollten und es wurde auch möglich, die geretteten Tiere in Obhut zu nehmen.

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Dabei sind die Interventionen der Inspekteure vor Ort von großer Bedeutung, egal ob es um die Missachtung der Gesetze oder einfach um eine Hilfeleistung für Tiere und Menschen geht. Allein in einem Jahr führen sie zwischen 300 und 500 Einsätze durch. Es werden auch Einsätze durchgeführt, bei denen hungernde Tiere aus pseudo- Zuchten befreit werden und Einsätze gegen illegalen und unter schlechten Verhältnissen geführten Tierhandel.  Im Rahmen dieser Aktionen führt man Beschlagnahmungen im ganz Polen durch: Krakau, Stettin, Danzig, Landsberg – sind nur einige der Städte. Die geretteten Tiere, oft extrem ausgehungert und vernachlässigt, werden in  Tierhotels und Tierheimen untergebracht, wo sie fürsorglich gepflegt und resozialisiert werden. Doch nicht nur Haustiere werden gerettet, man beschlagnahmt auch regelmäßig Nutztiere auf Bauernhöfen.

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Die Zahl der Außeneinsätze zum Schutz der Tiere wächst in Polen mit dem wachsenden Bewußtsein der Menschen für das Leiden der Tiere. Die Anzahl der Meldungen wegen Tiermisshandlung übersteigt die Reaktionsmöglichkeit darauf inzwischen oftmals. Deswegen gibt es immer mehr Gründe zur Zusammenarbeit mit anderen Organisationen im Bereich der Erkennung, Aufdeckung und Verfolgung der Tiermisshandlungen.
Problematisch ist auch die fehlende Schulung der Polizei in Sachen der Tierrechte und Tierhaltung. Oftmals wird eine Lebensgefahr für ein Tier von der Polizei nicht als solche erkannt.Deswegen bekommen die Tiere oft keine Hilfe und die Beamten bitten den Tierrettungsdienst um persönlichen Einsatz.

Trotz mehrerer Versuche seitens des Tierrettungsdienstes findet eine richtige Zusammenarbeit mit staatlichen Veterinärinspektionen, d.h. mit dem Veterinäramt, in ganz Polen nicht statt. Dieses Problem betrifft die Zusammenarbeit des Veterinäramtes mit allen Organisationen. Fast kein Tierheim in Polen erfüllt die veterinäramtlichen Bedingungen. Das Veterinäramt legt diese Bedingungen sehr flexibel aus und gibt, wenn überhaupt, Anweisungen mit fernen Realisierungsterminen. Das Veterinäramt erteilte bisher keine Strafen wegen Misshandlung ( obwohl es dazu berechtigt ist ); die Ämter haben nie ein Tierheim aufgrund der unbekannten oder tragischen Schicksale der dort dahin vegetierenden Tiere geschlossen. Das Veterinäramt lässt in der Praxis Schlampereien jeder Art in den von den Tierheimen zu führenden Tierregistern zu, unter anderem um das Töten der Tiere zu verheimlichen.

Die Zusammenarbeit mit den lokalen Ämtern, verläuft dagegen seit Jahren meistens problemlos. Die Landesbehörden erlassen Beschlüsse, die die Rechte der angeklagten Besitzer den Tieren gegenüber einschränken. Die Gerichte entscheiden meist im Sinne einer  Wegnahme der Tiere.

Der Tierrettungsdienst nimmt auch aktiv an der Verabschiedung neuer Gesetze zum Tierschutz teil und gehört zur sogenannten „Koalition für Tiere“, die bereits 2009 eine neue Verordnung des Tierschutzes mit verschärften Vorschriften und Strafen vorbereitet hat, diese Verordnung ist seit dem 0 1.01.2012 in Kraft.

In den letzten Jahren wird Gregors Arbeit immer wieder ganz massiv von Menschen torpediert, bei denen er Hunde beschlagnahmt hat weil sie Vermehrer sind und ihre Tiere unter grausamen Bedingungen halten. Er wurde von diesen Menschen verleumdet und sie versuchten seine Arbeit unmöglich zu machen, legten ihm immer wieder Steine in den Weg. Das ging sogar soweit, dass er sich vor Gericht verantworten musste, weil diese Menschen behaupteten, er würde Hunde verschwinden lassen oder sie in Deutschland verkaufen. Auf Facebook gründete diese Vermehrergemeinschaft eine eigene Seite nur gegen Gregor und verbreitet dort bis heute Lügen über ihn und seinen Verein. Jeder, der Gregor kennt und schon mit ihm zusammengearbeitet hat, weiss wie krank diese Behauptungen sind.

Leider ist Korruption in Polen noch immer ein Thema und es gab auch Richter, die nach Beschlagnahmungen ein Urteil im Sinne der Vermehrer gefällt haben, das hätte bedeutet, dass Gregor die Hunde in die fürchterlichen Bedingungen hätte zurückgeben müssen, aus denen er sie gerade erst befreit hatte. Das hat er nicht getan und dafür bewundern wir ihn. Er wäre lieber ins Gefängnis gegangen, als auch nur einen Hund wieder in die Vermehrerhölle zurückzubringen. Daher die Gerüchte über verschwundene Hunde. All diese Hunde leben glücklich und zufrieden im neuen Zuhause, eben weil Gregor sich vor sie gestellt hat und keine Auskunft über ihren Verbleib gegeben hat, als sie dem Vermehrer wieder übergeben werden sollten. Manchmal muss ein Mann eben tun, was ein Mann tun muss!

Gregor ist in Deutschland ein gefragter Partner für Tierschutzorganisationen, Fernsehsender und Buchautoren, einfach für alle die, die sich ein Bild von der Welpenmafia in Polen vor Ort machen möchten, darüber berichten möchten und einen Partner an ihrer Seite brauchen, der sich im Sumpf der Vermehrer auskennt und ihnen gewachsen ist. So arbeitet Gregor öfters mit Birgitt Thiesmann von Vier Pfoten zusammen, wenn es um Berichte über die Welpenmafia in Polen geht. Sie schätzt ihn sehr und wünschte sich, auch in anderen osteuropäischen Ländern einen so zuverlässigen und loyalen Menschen an ihrer Seite zu haben, wenn es um den Kampf gegen die Welpenmafia geht.

Birgitt Thiesmann

Auch zum Buch „Die Welpenmafia“ von Christopher Posch hat Gregor erheblich beigetragen, indem er Christopher Posch mitten ins Grauen der Vermehrerhöllen führte und ihm dort Einblicke ermöglichte, die sonst für einen Deutschen nicht möglich gewesen wären. Hier ein Ausschnitt aus dem wirklich lesenswerten Buch:

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Nicht nur mit Birgitt Thiesmann und Vier Pfoten drehte Gregor mehrere Fernsehbeiträge über die Beschlagnahmungen, die er bei Vermehrern durchführt, auch mit Spiegel TV, Focus TV, Stern  TV  und anderen deutschen Medienvertretern hat Gregor bereits zusammengearbeitet, um das Leid der Vermehrerhunde auch in Deutschland publik zu machen. Sie alle schätzen ihn sehr als professionellen Partner für Dreharbeiten in Polen. Ohne Gregor wären viele Reportagen im deutschen Fernsehen über die polnische Hundemafia nicht zustande gekommen.

Diese Zusammenarbeit von Gregor mit den deutschen und internationalen Medien ist der Vermehrermafia natürlich ein Dorn im Auge, sie hassen ihn abgrundtief und würden ihn lieber gestern als heute mundtot machen. So kämpft Gregor also ständig an mehreren Fronten, für die Hunde und gegen die Intrigen der Vermehrer. Keine leichte Aufgabe, aber er brennt für das was er tut und er würde dafür alles opfern. Morddrohungen der Vermehrermafia tut er mit einem Achselzucken ab und sagt gelassen: „Dann sterbe ich eben für das, wofür ich lebe“.

Sie sollten sich am besten einige Videos von Beschlagnahmungen und Einsätzen, die der Tierrettungsdienst durchgeführt hat, anschauen, so  wird es Ihnen vielleicht leichter fallen, sich die Arbeit von Gregor vorzustellen.

Auch wenn nur  Polnisch gesprochen wird , die Bilder sprechen für sich.

Der obigeLink führt zu einem Video über verschiedene Beschlagnahmungen , die Gregor Bielawski durchgeführt hat. Dies wurde im polnischen Fernsehen ausgestrahlt, deswegen ist am Anfang und am Ende kurz der Moderator im Bild.  Alle Hunde aus dem Film wurden beschlagnahmt, manche ins Tierheime gebracht und manche auf private Pflegestellen. Die Vermehrer wurden angezeigt. So lange jedoch die Rechte an den Hunden durch das Gericht nicht geklärt sind,  dürfen die beschlagnahmten Hunde nicht vermittelt werden.

Hier unten ein kurzer Film über Gregors letzte Beschlagnahmung, im Februar 2017. 150 Hunde und 20 Katzen wurden aus einer Vermehrerhölle befreit. Die Vermehrer gingen direkt in Untersuchungshaft.

Und hier der ausführliche Fernsehbericht zum selben Thema:

Bitte nicht von den vorab gezeigten Werbespots abschrecken lassen, der Bericht ist wirklich sehr interessant und beginnt direkt nach der Werbung!

https://vod.tvp.pl/28778283/14022017

Vielleicht ist Gregor Bielawski auch dem einen oder anderen aus FOCUS TV Reportagen bekannt:

hier ein Trailer zur Focus TV Reportage

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Das sind nur kleine Beispiele für die Arbeit des Tierrettungsdienstes. Er ist 24 Std. zu erreichen , egal ob ein Hund, eine Katze, ein Vogel, Wildtiere oder Nutztiere in Not sind, die Mitglieder sagen nie NEIN, sondern geben alles, um den Tieren zu helfen.

Hier der Link zum Tierrettungsdienst, „Pogotowie dla Zwierzat“

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Hier noch einige Links zu Videos, die Gregors tägliche Arbeit und das Elend, mit dem er täglich konfrontiert wird, zeigen:

Video mit verschiedenen Bildern von Gregors Einsätzen für die Tiere

Video mit noch mehr Bildern von Gregors Beschlagnahmungen

Trauriges Video über einen Einsatz von Gregor zur Rettung einer Kuh

Video über die Beschlagnahmung von 49 halbverhungerten Hunden

 

 

 

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