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Rüde oder Hündin

„Wir möchten lieber eine Hündin, ein Rüde ist doch schwieriger“, so hört man sehr oft von den Menschen, die einen Hund adoptieren möchten. Wir möchten hier einmal  eine Lanze für die Rüden brechen, denn so kompliziert sind sie gar nicht!!!


Der Volksmund sagt, dass Hündinnen leichter zu handhaben sind als Rüden. Sie seien anhänglicher, gelehriger, wollen selten ihren Kopf durchsetzen. Wir kennen allerdings eine Vielzahl äußerst dominanter Hündinnen, die keinem Streit aus dem Wege gehen und Rüden, die sich äußerst gelassen und friedfertig verhalten.
„Die sind doch viel lieber und einfühlsamer als Rüden“ ist oft die Begründung für die Frage nach einer Hündin. Doch lassen Sie sich nicht vom Klein-Mädchen-Augenaufschlag der Hündinnen täuschen, manche haben es faustdick hinter den Ohren! Bei Hündinnen sollten Sie immer auf Überraschungen gefasst sein. Erwarten Sie automatisch ein liebevolles, anhängliches, artig hörendes und freundliches Hundewesen, dann verabschieden Sie sich lieber ganz schnell von diesem Gedanken. Natürlich gibt es diese Hündinnen! Aber es gibt auch jene, die beim Anblick einer Geschlechtsgenossin zur Furie werden. Sie können ebenso gut eine Hündin erwischen, die ein recht rüdes Benehmen, und das im wahrsten Sinne des Wortes, an den Tag legt. Ihnen geht es seelisch oder körperlich gerade nicht so gut und Sie erwarten ein wenig Trost von Ihrer Hündin? Kann schon sein, dass sie zu denen gehört, die mit Ihnen leidet, aber ebenso gut kann es sein, dass sie zu Ihnen sagt: Hey, hab’ Dich nicht so! Steh auf und bespaße mich gefälligst! 😉

Während viele Hundehalter in einer Hündin das verständnisvolle Wesen suchen, finden sie es erstaunlich oft gerade in einem Rüden. Es ist tatsächlich oft der Rüde, der still Ihren Kummer teilt und angesichts Ihres Leidens, woraus es auch immer bestehen mag, gern mal die eigenen Bedürfnisse zurückstellt. Es ist der Rüde, der sich an Sie kuschelt und tröstet, der Ihnen die Hand ableckt und hofft, dass die Migräne dadurch besser wird.

Im Gegensatz zu Rüden, die mit großem Getöse Schaukämpfe veranstalten bei denen nicht viel passiert, sind Auseinandersetzungen zwischen Hündinnen oft gefährlich. Hündinnen spulen meist nicht so eine breite Palette an Drohgebärden ab wie Rüden und geraten daher in Streitfällen schneller in eine Kampfsituation. Hündinnen kämpfen entweder überhaupt nicht oder unerbittlich. Hündinnen sind gnadenloser, denn eine Hündin verteidigt kein Revier, sondern ihren Wurf – auch wenn sie keinen hat. Deshalb kommt es sofort und ohne Rituale zum erbarmungslosen Kampf. Hündinnen sind im Kampf wesentlich entschlossener als Rüden. Rüden können sich beim Raufen beißen, ist der Streit aber einmal ausgetragen, so gibt es immer noch die Chance, dass sie sich eines Tages versöhnen. Nicht so bei Hündinnen. Die Stänkerei hört nicht auf und es dauert lange, bis sich die Sache wieder „eingerenkt“ hat. Meist können sie sich Zeit ihres Lebens nicht mehr versöhnen und werden jede sich nur bietende Chance dazu nutzen wieder aufeinander loszugehen: Einmal Feind, immer Feind.

Es ist unter Hunden also fast so wie bei den Menschen: Die Kerle hauen sich eine auf die Nuss und gehen dann zusammen ein Bier trinken – die Weiber sind sich ein Leben lang spinnefeind. :-)  :-) :-)

Natürlich lässt sich auch das Wesen der Rüden so wenig über einen Kamm scheren, wie das der Hündinnen, doch es sind schon gewisse Grundtendenzen zu erkennen. Wir halten gar nichts davon, zu pauschalisieren. Bezüglich des Geschlechtes gibt es unseres Erachtens weder eine richtige noch falsche Wahl, denn man muss jeden neuen Hund von Anfang an mit liebevoller Konsequenz erziehen. Unsere Meinung ist, dass es nicht so sehr auf das Geschlecht an kommt, sondern viel mehr auf die richtige Erziehung und einen liebevollen aber konsequenten Umgang mit dem Hund.

Wenn Sie einen Hund direkt aus Polen aus der Hundepension bei sich aufnehmen wollen, dann sollten Sie sich daran orientieren, ob Sie bereits einen Rüden oder eine Hündin zu Hause haben. Bei solchen neuen Konstellationen, die vorher nicht getestet werden können, weil der Zweithund aus dem Ausland kommt, ist es immer sicherer, das geschlechtliche Gegenstück zum eigenen Hund ins Haus zu holen. Sprich: Haben Sie eine Hündin zu Hause, so wird die harmonischste Variante sicher sein, einen Rüden dazu zu adoptieren, ist aber bereits ein Rüde im Haus, so sollte lieber eine Hündin aus Polen anreisen. Wollen Sie dennoch einen Hund vom gleichen Geschlecht bei sich aufnehmen, so ist es in jedem Fall immer sicherer, einen unserer Hunde zu adoptieren, der sich bereits auf einer deutschen Pflegestelle befindet. So können Sie in aller Ruhe mit dem eigenen Hund das neue Familienmitglied besuchen und testen, ob die Chemie zwischen den Vierbeinern stimmt. :-)

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